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Liebe Mitglieder und Gönner von JunGs,
Das letzte halbe Jahr war gekennzeichnet von vielen Aktivitäten rund um die Re- und Neuorganisation von JunGs- Jungengesundheitsprojekt Stuttgart e.V.
So hat sich unser Logo geändert und auch das Erscheinungsbild unseres Vereins.
Dies war notwendig, um sichtbar für alle zum einen unseren Neubeginn zu dokumentieren und all denjenigen, die JunGs für „gestorben“ hielten, zu zeigen, dass wir noch immer mit neuen, attraktiven Angeboten in Stuttgart präsent sind.
Unsere Homepage nimmt jetzt auch die Form an, die wir anstreben. Besuchen Sie uns doch gelegentlich unter www.jungengesundheitsprojekt.de .
Beim Männergesundheitstag im Herbst 2003 und verschiedenen Fachveranstaltungen, wie z.B. bei der Veranstaltung „Risiko Sex?“ des Stadtjugendrings konnten wir ebenso, wie jetzt aktuell bei der bundesweiten Fachveranstaltung „vision.04“ in Bad Boll unseren Verein präsentieren und wichtige Kooperationspartner gewinnen.
Besonders die Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft „Jungenarbeit Baden-Württemberg“ und „Pfunzkerle“ Tübingen haben sich als sehr fruchtbar erwiesen.
In der Projektarbeit mussten wir Federn lassen und Lehrgeld bezahlen.
So scheiterte z.B. ein Projekt mit einem Gymnasium in Weinstadt, nachdem wir die Vorarbeiten im konzeptioneller Entwicklung, planerischer Projektkreierung unter Beteiligung eines eigens hierfür gewonnenen Trainer-Teams geleistet hatten, daran, dass dem Verantwortlichen der Schule auffiel, dass er doch lieber für ein Jungenprojekt kein Geld ausgeben möchte.
In Zukunft werden wir aufgrund der bisher gemachten Erfahrungen hier für mehr Verbindlichkeit sorgen.
Für 2004 haben wir in den Bereichen Selbstbehauptung, Bullying, out-door, Kriminalprävention, Selbstverteidigung und Sexualpädagogik Projekte geplant, die wir zum Teil über Stiftungsmittel zu refinanzieren versuchen werden.
Grundsätzlich planen wir unsere Seminare mit Kooperationspartnern aus allen Bereichen der Jugendarbeit individuell nach gemeinsam erarbeiteten Vorstellungen und Ideen unter Berücksichtigung vorherrschender Indikationen.
Dafür haben bisher einige Projektskizzen erarbeitet:
1) „Ganze Kerle“
Mobbing, Bullying, dissen, usw. sind Schlagworte, die uns heute vermehrt im Schulalltag und im Betrieb begegnen.
In unserem Workshop lernen die Jungen verschiedene Formen (kommunikativer) Gewalt zu erkennen, sie entwickeln mit unseren Trainern Formen des „Fair Play“ und vereinbaren Ziele und Methoden, um das gelernte und erfahrene im (Schul-)Alltag umzusetzen.
Der Workshop ist im Idealfall auf 2 x zwei Wochenendeinheiten konzipiert (z.B. mit Übernachtung in der Schule). Nach einem ersten Workshop bekommen die Schüler Zeit, ihre Fair-play Regeln in der Klasse umzusetzen. Nach i.d.R. ca. 3 Monaten erarbeiten sie im 2. Workshop ihre Erfahrungen und entwickeln dann nachhaltige Handlungskonzepte.
2) „Coolnessseminar“ für Jungen
In diesem Coolness Seminar lernen Jungen den Themenkreis „Grenzen setzen, - Grenzen achten“ kennen und üben sich in Selbstbehauptung und Selbstsicherheit.
Cool sein in seinem positiven Sinn steht also im Vordergrund. Natürlich wird der Themenkreis Gewalt und Aggression in diesem Seminar genauso eine Rolle spielen, wie das ambivalente Verhältnis von Täter und Opfer.
3) „Pampa-Führerschein“
Teamfähigkeit, Flexibilität, Spontaneität und Krisenmanagement sind ebenso wie Befähigung zum Führen, wie geführt werden, sind heute nicht mehr wegzudenkende, gesuchte Fähigkeiten in vielen Berufen.
Lernfelder hierfür finden wir vor unserer Haustüre.
In diesem out-door Seminar bestimmt der Erlebnisraum die Methoden:
- einen Bach überqueren (z.B. Seilbrücke bauen)
- einen Abhang hochklettern (Seilsicherungen erlernen)
- einen Lagerplatz einrichten (Holz beschaffen für ein Feuer)
- im Freien übernachten ( huch, was raschelt denn da ...)
- sich im Gelände orientieren ( Marschzahl 15, hahaha)
- oh, es regnet (Schutzhütte bauen)
- usw.
Unsere Trainer verfügen über ein breites Methodenwissen, um Jungen in diesem heute oft schon besonderen Erlebnisraum zu führen, zu fordern und für die immer nötigen Erfolgserlebnisse zu sorgen.
4) Selbstverteidigung für Jungen
Jungen scheinen stark, lassen sich nicht unterbuttern, haben alles unter Kontrolle.
Diese Bild von Junge-Sein widerspricht aus Sicht der Jungen der Realität. Gleichzeitig wollen Jungen immer alles im Griff haben, und schlagen lieber zu, als sich ihre Angst zuzugeben.
Unser Selbstverteidigungskurs vermittelt durch defensive Verteidigungstechniken, Deeskalierungs- und Konfliktlösungsstrategien den Jungen Handlungsmuster und Kompetenzen, Konflikte zu erkennen, einzuschätzen und basierend auf der Erfahrung der Selbstsicherheit in einer neuen, sozial gerechtfertigten Weise zu bearbeiten.
Somit unterscheidet sich unser Selbstverteidigungskurs im wesentlichen von denen anderer (Karate, Aikido, Boxen) Anbieter.
5) Flirtkurs für Fortgeschrittene
Jungen geben sich (ähnlich wie viele Männer) als immer kompetent in allen Fragen der Sexualität.
Die Jungenwirklichkeit sieht oft anders aus. Geeignete Vorbilder finden Jungen kaum und die schulische Bearbeitung des Themas ist für viele Jungen innerhalb des üblichen koedukativen Settings auf das rein biologische begrenzt und zudem für eine ehrliche Bearbeitung zu schambesetzt.. Gleichzeitig interessiert Jungen das eigene, sowie auch das andere Geschlecht.
In unseren Seminaren können Jungen außerhalb ihrer tradierten Sozialisationsfelder neue Erfahrungen und Erkenntnisse im Bereich ihrer Sexualität gewinnen. Unter Anleitung unserer Sexualpädagogen lernen die Jungen sich selbst kennen und schätzen. Sie reflektieren ihr eigenes Tun, werden in Fragen ihrer Sexualität kompetent, und lernen dieses Wissen in positiver Weise einzusetzen.
Für unsere Projekte suchen wir für 2004 noch Kooperationspartner im Bereich offene Jugendarbeit, Schulen, Ausbildung und mit Einschränkung im Elementarbereich.
Eine Bewerbungsfrist haben wir hierfür nicht festgelegt. Wir bitte allerdings aufgrund von Planungsfragen um möglichst frühzeitige Anfragen.
Auch weiterhin sind uns Mitarbeiter für die Projektarbeit höchst willkommen.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Caesar und Patrik Nagel
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